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Durch spezifische Blickinszenierungen werden den BesucherInnen
Lebens-, Konflikt- und Diskriminierungssituationen nachvollziehbar
und spürbar gemacht.
Lebensweisen und Lebenswege werden erfahrbar.
Abstraktes wird konkret erlebbar.
4 Bereiche eröffnen unterschiedliche Perspektiven:
Ein lesbisches oder schwules Leben in Österreich
bedeutete bis in die letzten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts lebenslanges
Schweigen über die eigene Sexualität und in vielen Fällen
auch über die Liebe.
Staat und Gesellschaft zwangen Homosexuelle entweder ins soziale Abseits
oder into the closet, dem Geheimhalten des eigenen Liebeslebens.
Der Rechtsstaat verbrachte diese Menschen in den Kerker, die Psychiatrie
und das Operationszimmer, der NS-Staat auch in die Lager und in den
Tod. Die Gesellschaft trieb sie in die Isolation, die Verzweiflung
und den Selbstmord.
Bis heute glauben zahlreiche Lesben und Schwule, ihre sexuelle Orientierung,
ihre Lebenspartnerinnen oder Lebenspartner, ihre Freunde, geheim halten
zu müssen. Auch die Zweite Republik brachte den Homosexuellen
nicht die ersehnte Entdiskriminierung, ebenso wenig wie die Anerkennung
als Opfer des Nationalsozialismus. Die Ausstellung mit dem Arbeitstitel
Geheimsache Leben selbst wäre noch vor 20 Jahren
undenkbar gewesen.
Und dennoch: es gab Räume des Eigensinns,
der offenen Sinnlichkeit und des ausgesprochenen Begehrens. Über
und unter der sichtbaren Topografie der Stadt entstanden kulturelle
und subkulturelle Zeugnisse von Lesben und Schwulen im Wien des 20.
Jahrhunderts.
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