Oscars 2026 – Sinners hätte bester Film definitiv verdient

Jedes Jahr das selbe Ritual. Ich hab die Verleihung nämlich halb verschlafen auf der Couch geschaut, mit kaltem Kaffee am Beistelltisch und diesem leicht absurden Gefühl, dass man um drei Uhr früh plötzlich wieder sehr viel für Kino empfindet. Und dann fällt der Name Michael B. Jordan und ich war auf einmal hellwach. Ganz ehrlich, das hat mich richtig gefreut. Sinners war für mich einer dieser Filme, die nicht bloß gut gemacht sind, sondern die auch nachher noch im Kopf herumspuken. Genau deshalb finde ich auch, dass er den Oscar für den besten Film genauso verdient gehabt hätte.

Klar, die Academy entscheidet oft nach ihrer eigenen Logik, und manchmal wirkt das alles ein bissl wie ein Salon, in den manche Werke zwar eingeladen werden, aber dann doch nicht ganz dazugehören. Trotzdem: vier Oscars für Sinners und der Hauptdarstellerpreis für Michael B. Jordan, das ist schon etwas. Er war damit einer der großen Gewinner des Abends.

Was ich heuer außerdem wirklich mochte, war Conan O’Brien. Er hat die Show nicht verkrampft runtermoderiert, sondern mit genau dem richtigen Gespür für Schmäh, Timing und ein bissl Chaos. So jemand trägt einen langen Abend, ohne dass es anstrengend wird. Ich würd ihn sofort wieder nehmen nächstes Jahr, ehrlich. Auch weil die Oscars selber ja längst nicht mehr diese unantastbare Riesenmaschine sind, die sie einmal waren, die US Quoten sind heuer wieder gesunken.

Am Ende bleibt für mich ein Abend, der nicht perfekt war, aber sich erstaunlich lebendig angefühlt hat. Und manchmal ist genau das eh mehr wert als makellose Glätte.

16
März 2026
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